Auch Tiere werden älter

Das Altern ist ein ganz natürlicher Prozess für uns Menschen und für unsere Haustiere. Normalerweise altert der gesamte Organismus gleichmäßig. Der Körper reagiert auf Reize und Belastungen immer träger, bis er am Ende infolge fehlenden Leistungsvermögens diesen Einflüssen hilflos ausgeliefert ist. Gekennzeichnet ist das Alter häufig durch eine Vielzahl chronischer Erkrankungen, die mehrere Organe gleichzeitig betreffen können.

 

Rechtzeitig untersuchen lassen

Es ist daher empfehlungswert, ältere Tiere beim Tierarzt im Hinblick auf die Funktion der einzelnen Organsysteme untersuchen zu lassen. Eine Blutuntersuchung, eine Röntgenaufnahme oder ein EKG können Hinweise auf die Schwachpunkte im Körper geben. Die Chancen auf eine erfolgreiche Therapie sind sicher größer, wenn die Behandlung nach der genauen Diagnosestellung angefangen wird, und zwar noch bevor es zum akuten Ausbruch der Erkrankung gekommen ist. Der erfahrene Tierarzt wird schon am äußeren Erscheinungsbild des Patienten erkennen können, wo mögliche Schwachstellen liegen. Fell, Haut, Schleimhäute, Geruch aus dem Fang, Gang und so weiter geben deutliche Hinweise. Einige der häufigsten Beschwerden beim älteren Tier haben ihre Ursache in der Erkrankung folgender Organe:

 

Geschlechtsorgane

Männliche Tiere leiden oft an einer Vergrößerung der Prostata, die – anders als beim Menschen – zu Kotabsatzschwierigkeiten führen kann. Der Tierarzt diagnostiziert diese Erkrankung durch rektale Untersuchung. Er fühlt mit seinem in den Enddarm eingeführten Zeigefinger die Prostata ab. Die Therapie besteht in der Verabreichung von Hormonen oder der Kastration. Weibliche Tiere können Tumore in der Gesäugeleiste entwickeln. Die Entscheidung, ob operiert werden soll oder nicht, muss der behandelnde Tierarzt treffen, da viele Faktoren zu beachten sind. Es gibt auch Behandlungsmöglichkeiten der alternativen Medizin (Homöopathie, Cytoplasmatherapie), um dem Tier ein beschwerdefreies und lebenswertes Alter zu bereiten.

 

Herz und Kreislaufsystem

Wenn der Hund nach Aufregung vermehrt hustet, eine blasse Zunge bekommt oder lange Zeit hechelt, ohne sich zu beruhigen, ist das ein Hinweis auf eine Schwäche in diesem Bereich. Oft werden diese Erscheinungen durch die Degeneration der Herzklappen zwischen Vorkammer und Hauptkammer ausgelöst. Das Blut wird von der linken Herzkammer nicht vollständig in den großen Kreislauf gepumpt, sondern zum Teil zurück in die Lunge. Es kommt zu Stauungen. Bauchwassersucht und Lungenödem entstehen. Durch das Herz unterstützende Medikamente und Entwässerungsmittel kann dieser lebensgefährliche Zustand behoben werden.

 

Nieren

Niereninsuffizienzen gehören mit zu den häufigsten Todesursachen bei Hund und Katze. Es ist überlebensnotwendig, schon früh eventuelle Schäden zu erkennen. Zur Behandlung eignen sich sehr gut Organpräparate und Homöopathika. Eine natriumarme, protein- und phosphorreduzierte Diät ist unumgänglich. Vom Tierarzt erhalten Sie das für Ihr Tier richtige Diätfutter. Weitere im Alter gefährdete Organsysteme sind das endokrine System, der Bewegungsapparat, der Magen-Darm-Trakt, der Atmungsapparat und das Zentralnervensystem. Ältere Tiere sollten vom Besitzer genau beobachtet werden. Routineuntersuchungen sind dringend zu empfehlen, wenn mit der Behandlung nicht zu spät begonnen werden soll. In vielen Fällen ist es heute möglich, dem alternden Tier einen qualitativ hochwertigen Lebensabend zu bereiten.

 

Wir danken Herrn Dr. Leopold Zellwecker und dem Wort und Bild Verlag für die Lizenz zum Abdruck des aktualisierten Beitrages aus dem Senioren Ratgeber 01/96.

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